Rentenreform: Ein Blick in die Presse

von | Okt. 19, 2026 | 0 Kommentare

Oktober 2026

Die 33 Empfehlungen der Alterssicherungskommission markieren den Beginn einer geplanten großen Rentenreform in Deutschland. Der Referentenentwurf und die Verabschiedung im Kabinett dauern weiter an. Auch deshalb beschäftigen sich momentan einige Akteure mit den potenziellen Folgen einer Umstrukturierung der deutschen Altersversorgung.

In dem Artikel „Mehr Kapitaldeckung ohne mehr Staat“ in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) greift Prof. Dr. Alexander Ludwig die aktuellen Vorschläge der Alterssicherungskommission zur kapitalgedeckten Rente auf und diskutiert Möglichkeiten für deren Umsetzung. Ein zentraler Vorschlag im Beitrag: Das Zurückgreifen auf bereits bestehende und bewährte Strukturen – insbesondere auf die Angebote der betrieblichen Altersversorgung und ihre bestehenden Träger. Der Ökonom führt hierzu Hintergründe sowie Erläuterungen zu seinen Vorschlägen auf und geht dabei auch auf die sehr praktischen Probleme im Falle der Umsetzung eines neuen Systems ein.

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Zur Person:

Alexander Ludwig ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler. Aktuell arbeitet er als Professor für Public Macroeconomics am European University Institute in Florenz.

Weitere Informationen zu Herrn Ludwigs Werdegang sowie zu seinen aktuellen Projekten und Tätigkeiten finden Sie auf seiner Webseite.

Zentrale Aussagen des Artikels

Der Ökonom Alexander Ludwig sieht die Pläne für einen staatlich organisierten Kapitalstock kritisch. Er argumentiert, dass dahinter ein großes Vertrauen in die Fähigkeit des Staates stehe, innerhalb weniger Jahre Strukturen aufzubauen, die in Deutschland mit der betrieblichen Altersversorgung, bei Lebensversicherern sowie bei Pensionskassen und Pensionsfonds, bereits vorhanden seien.

Gleichzeitig verweist er auf zahlreiche offene praktische Fragen. Während die Deutsche Rentenversicherung über umfangreiche Erfahrung bei der Verwaltung von Entgeltpunkten verfüge, stelle die Führung individueller Kapitalkonten für Millionen Erwerbstätige über Jahrzehnte hinweg eine deutlich komplexere Aufgabe dar. Noch anspruchsvoller sei die spätere Auszahlungsphase, die grundlegende Entscheidungen über Rechnungsgrundlagen, Sterbetafeln, Glättungsmechanismen und kollektive Risikoausgleiche – mit einem unausweichlichen Zielkonflikt zwischen der Höhe der Startrente und der Stabilität des späteren Rentenverlaufs – erfordere.

Ludwig gibt deshalb zu bedenken, dass etablierte Institutionen diese Aufgaben bereits seit vielen Jahrzehnten wahrnähmen und hierfür auf erprobte Verfahren sowie eine bestehende regulatorische Aufsicht zurückgreifen könnten.

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Die betriebliche Altersversorgung

„Eine bessere Option als ein weiterer Staatsfonds steht im Kommissionsbericht: der Ausbau der betrieblichen Altersversorgung. Sie verbindet Kapitaldeckung mit kollektiver Risikotragung, erschließt den Finanzierungsbeitrag der Arbeitgeber und senkt den Verwaltungsaufwand. Vor allem aber: Die betriebliche Altersversorgung existiert. Infrastruktur, Aufsicht und versicherungsmathematische Verfahren sind erprobt.“

Alexander Ludwig in der FAZ vom 6. Oktober 2026

Alexander Ludwig schlägt für eine höhere Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung eine automatische Einbeziehung mit Abmeldeoption vor. Der Fakt, dass die Kommission in ihrem Bericht lediglich auf einen Sozialpartnerdialog verweise, bewertet er als zu wenig verbindlich.

Darüber hinaus warnt Ludwig vor dem erheblichen Zeitaufwand, den der Aufbau eines staatlichen Angebots mit sich bringen würde. Vor einem Start müssten zunächst neue Institutionen geschaffen und gesetzlich abgesichert werden, darunter eine Kontenverwaltung, eine Verrentungsstelle, unabhängige Gremien für die Kapitalanlage sowie entsprechende Aufsichtsstrukturen. Realistischerweise dürfte ein solcher Prozess eher ein Jahrzehnt als nur wenige Jahre in Anspruch nehmen. Die Weiterentwicklung und Regulierung bestehender Produkte ließe sich nach seiner Einschätzung deutlich schneller umsetzen, da die erforderlichen Träger, Aufsichtsbehörden und technischen Systeme bereits existieren. Da Zeit bei diesem Thema eine besonders knappe Ressource sei, hält Ludwig zusätzliche Verzögerungen für den Aufbau einer Institution, für die es bereits private Alternativen gebe, nicht für ratsam.

(vgl. FAZ vom 6. Oktober 2026)

Für eine starke zweite Säule

Damit thematisiert Prof. Dr. Ludwig genau die Ansätze und Positionen, die bereits von einem großen Kreis von Pensionskassen sowie von der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (aba) adressiert wurden.

Von Anfang an haben wir uns für eine säulenübergreifende Reform eingesetzt, denn nur durch eine sinnvolle Verzahnung der gesetzlichen Rente mit der betrieblichen Altersversorgung wird die angestrebte Anhebung des Versorgungsniveaus auf 70 % des letzten Nettoeinkommens überhaupt erreichbar sein.

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Blog-Eintrag

Der Artikel aus der FAZ ist frei zugänglich auf der eigenen Internetseite von Alexander Ludwig unter der Rubrik Blog.

Pressekontakt

Die HAPEV gehört zu den größten Verwaltungen von deutschen Pensionseinrichtungen. Als Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen für 26 Versorgungseinrichtungen haben wir mit allen Facetten rechtlicher, regulatorischer Herausforderungen (und mehr) hautnah zu tun und sind daher immer am Puls der Zeit.

Das gilt auch für den Austausch innerhalb der betrieblichen Altersvorsorge. Mit unseren eigenen Formaten agieren wir als Impulsgeber oder sind in der Branche stets präsent für die Gute Sache.

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Andre Detjens

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